Die Menschen werden im älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes beträgt den Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Folge ca. 74,8 und die einer Frau rund 80,8 Jahre. Tendenz steigend. Auch für die Zahnmedizin ergeben sich aus dieser Entwicklung weitreichende Konsequenzen. Prophylaxe und minimal invasive Methoden gewinnen zunehmend an Bedeutung. Denn eine auf dem Zahnfleisch sitzende Prothese, das kann heute mit Sicherheit behauptet werden, wird kaum 30 Jahre oder länger tragbar sein. Dem steht der Abbau des Prothesenlagers entgegen und welcher heute Fünfzigjährige möchte in seinen letzten Lebensjahren schon ganz auf seine Zähne verzichten müssen?
Die Zahnmedizin, das wird an dieser Stelle deutlich, hat nicht nur die Aufgabe, fehlende Zähne zu ersetzen, sondern auch mit Weitblick in die orale Zukunft ihrer Patienten zu schauen. Die Lebenswürde und -qualität der Menschen muss bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Dass die Zahnmediziner diese Entwicklung erkannt haben, spiegelt sich im zahnärztlichen Therapiespektrum deutlich wider. Schon im Jahr 2000 wurden mehr Einzelkronen als Zahnbrücken eingesetzt. Auch beim Einsetzen von Totalprothesen sind die Zahnärzte heute zunehmend zurückhaltender. Ein klarer Trend zu mehr Zahnerhaltung zeichnet sich ab. Minimal invasive Methoden, also solche Techniken, bei denen nur der erkrankte Zahn und dieser nur so stark wie gerade eben nötig behandelt wird, werden deshalb um so wichtiger. Die zahnmedizinischen Probleme der Menschen lassen sich nicht mehr mit den Methoden lösen, die vor einigen Jahrzehnten noch gang und gäbe waren. Heute ist es ein erklärtes Ziel, jedem Menschen möglichst lange, möglichst viel eigene Zahnsubstanz zu erhalten.
Verantwortungsvolle Zahnmediziner überlegen deshalb heute sehr genau, wie sie erkrankte Zähne am schonensten behandeln können. Nicht immer müssen die Zähne direkt gezogen und die dadurch entstandenen Lücken mittels „Zahnersatz“ geschlossen werden. In vielen Fällen kann der Zahnarzt durch eine entsprechende Behandlung des betroffenen Zahnes bzw. der Zahnwurzel oder ggf. durch eine Zahnfleisch- oder Kieferknochenbehandlung dem Zahnverlust vorbeugen. Denn beispielsweise bei einer Entzündung der Zahnwurzel, hervorgerufen durch Karies oder Parondontose, muss der Zahn keineswegs komplett entfernt werden. Durch eine Zahnwurzelbehandlung kann die Entzündung kuriert werden. Da der Zahn bei dem Eingriff an Substanz verliert, kann der Mediziner ihm durch eine (Teil-)Krone neue Stabilität verleihen. Denn eines ist völlig klar: Einzelkronen, durch die nur der erkrankte Zahn behandelt wird, sind eine schonende und zahnsubstanzerhaltende Methode. Insbesondere durch die Verwendung von vollkeramischen Kronen kann der spezialisierte Zahnarzt nicht nur funktionell hervorragende Ergebnisse, sondern auch ästhetisch einwandfreie Resultate erzielen. Ziel der Fachleute ist es, die Zähne der Patienten so lange wie möglich zu erhalten, damit er auch im hohen Alter noch mit Freude in einen Apfel beißen kann.