Hat das Kauen einen Einfluss auf die Entleerung des Magens? Diese Frage stellten sich in Italien die Wissenschaftler P. Pera, C. Bucca, C. Bernnocco, A. de Lillo und C. Carossa. Das einhellige Ergebnis ihrer Forschungsarbeit: Je besser die konsumierten Speisen zerkaut und somit zerkleinert werden, desto weniger lange befinden sie sich im Magen. Die so genannte Magenentleerungszeit hängt demnach eng mit der Intensität des Kauvorgangs zusammen.
Die Untersuchungen der Forscher ergaben, dass ein gut gekauter Speisebrei schneller vom Magen in den Dünndarm gelangt. Das liegt unter anderem daran, so die Annahme der Experten, dass die Nahrungsteile nicht mehr so stark im Magen selbst zerkleinert werden müssen. Bei sehr ausgiebigen Mahlzeiten, die viel große, harte und ballaststoffreiche Nahrung enthalten, fallen die Ergebnisse wahrscheinlich noch deutlicher aus, so wird vermutet. Das Kauen spielt eine entscheidende Rolle nicht nur bei den Magenentleerungszeiten, sondern auch bei der Verdauung.
Frühere Studien haben ergeben, dass eine eingeschränkte Kaufunktion Beschwerden bei der Verdauung nach sich ziehen kann. So klagten 1992 in einer Studie 60 Prozent der Befragten mit „Kauproblemen“ über Blähungen, Bauchkrämpfe, Völlegefühl, Diarrhö oder ähnliches. Nach einer Behandlung der Funktionseinschränkungen des Kauapparats, beispielsweise durch eine Neuanpassung der Zahnprothesen, stellten die Forscher einen deutlichen Rückgang der Beschwerden fest. Will man solchen Problemen bereits im Vorfeld entgegentreten, sollte man sich von einem qualifizierten und im Bereich der Funktionsanalyse erfahrenen Zahnmediziner gründlich untersuchen lassen.
Denn „falsche“ Kau- bzw. Bissbewegungen können bei richtiger Diagnose behoben oder zumindest deutlich verbessert werden. Besonderer Bedeutung kommt bei der Funktionsanalyse der Biss-Stellung der beiden Zahnreihen zu. Durch eine gezielte und umfassende Untersuchung kann der spezialisierte Zahnarzt die bestehenden Disharmonien feststellen und anschließend präzise behandeln. Das Resultat: Beschwerdefreies Kauen und bei intensivem Gebrauch des Kauapparats auch weniger „Arbeit“ für den Magen.